Rutsche fort – Wernigerode-Rochefort

Wernigerode, Schloss

Das Schloss Wernigerode stand früher südwestlich der heutigen Stelle, dort, wo noch heute die Reste der Harburg zu erkennen sind. Als sich der Hausstand vergrößerte und sich das Gebäude als zu eng und klein erwies, hätte das gräfliche Paar gern ein ganz neues und geräumigeres errichtet,
aber dazu reichten weder der jetzige Platz noch die Mittel aus. In ihrer Bedrängnis wandte sich die Schlossfrau an den Hausgeist, der zwar klein und hässlich gestaltet, aber von allen Schlossbewohnern wegen seiner Güte geliebt wurde.

Um Mitternacht ging sie auf den Dachboden, wo dieser seine Wohnung hatte und bat um Hilfe. Kaum hatte Sie die Bitte ausgesprochen, da zog ein wundersames K1ingen durch den Raum. Beruhigt legte sich die Gräfin ins Bett. Als sie am anderen Morgen den Fensterladen öffnete, rieb sie siech verwundert die Augen. Die ganze Umgebung schien verändert, tief unter sich am Fuße des Berges sah sie die Häuser der Stadt Wernigerode liegen. In der Nacht hatte sich der Hausgeist gegen die Grundmauern gestemmt und das alte Schloss mit dem Zauberwort „Rutsche fort“ nach dem jetzigen Platz hinübergeschoben.

Seitdem grüßt das Schloss weit in die Ebene hinein, freilich in erneuerter Gestalt.
Das Andenken an diese Begebenheit lebte noch lange fort in dem Namen „Wernigerode-Rochefort“, der aus dem Zauberwort „Rutsche fort“ entstand.