Die Burg Falkenstein

Burg Falkenstein

Wenn man eine Reise in den Harz unternimmt, dann sollte man einen Besuch der Burg Falkenstein einplanen. Sie liegt auf einem Felsen im Selketal, zwischen den Ortschaften Pansfelde und Meisdorf. Von Meisdorf aus ist der Aufstieg zur Burg etwas beschwerlich, da er teilweise sehr steil ist und sich fast fünf Kilometer durch das Naturschutzgebiet Selketal zieht. Oben angekommen wird man mit einem wunderbaren Rundumblick entschädigt. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass man vom Parkplatz, zwischen Meisdorf und Pansfelde, nach ca. zwei Kilometern Fußmarsch auch die Burg erreicht hat.

Die Burg selbst wurde nach Überlieferung im Jahre 1115 erbaut, wurde aber im Laufe der Zeit vielfach umgebaut. Ebenso ist es überliefert, dass die Burg nie von Feinden bezwungen wurde. Die Burg gehört heute zu den schönsten und am besten erhaltenen Burgen des Harzes. Die Grafen von Falkenstein und die Grafen von der Asseburg bestimmten die Geschichte der Burg, ebenso wie Eike von Repgow, der hier den „Sachsenspiegel“, das berühmte Rechtsbuch des Mittelalters, geschrieben haben soll. Dieses Buch wurde dem einstigen Auftraggeber Hoyer von Falkenstein zugeeignet. Auf Grund seiner wechselvollen Geschichte gelangte Falkenstein im Jahre 1437 als Lehen des Bistums Halberstadt an die Grafen von der Asseburg. Bis zu deren Enteignung im Jahre 1946 blieb die Burg im Besitz derer von Asseburg. Noch im Jahre 1946 wurde auf der Burg Falkenstein ein Museum eingerichtet. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Zimmer der Burg liebevoll eingerichtet und viele Ausstellungen informieren über die Geschichte der Burg.

Etliche Zimmer wurden nach verschiedenen Zeitepochen eingerichtet und der Besucher hat den Eindruck, in die jeweilige Zeit versetzt zu sein. Ein schönes Beispiel ist das Margarethenzimmer, ein ehemaliges Schlafzimmer. Besonders schön ist auch der Rittersaal, mit seinem schönen Kamin und den alten Ritterrüstungen. Man kann verschiedene Sammlungen betrachten, wie die Sammlung historischer Jagdwaffen oder Porzellanfiguren. In der Burg kann man noch verschiedene Räume besuchen, die den Eindruck des früheren Lebens vermitteln. Dazu gehören die Wäscherei, die Burgküche und der Weinkeller, die Spinndiele und der Burgbrunnen. Man sollte es auch nicht verpassen, die 100 Stufen des Bergfriedes zu erklimmen und den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen.
Auf der Burg gibt es sehr viele interessante Angebote. So kann man zum Bespiel auf der Burg seine Hochzeit ausrichten. Die Trauung findet in dem wundervoll rekonstruierten „Königszimmer“ statt und wenn es gewünscht wird, so kann die kirchliche Trauung in der Burgkapelle stattfinden.
Wer nicht heiraten will, sondern nur die Burg besucht, kann sich nach dem Rundgang in der Burgeigenen Gaststätte kulinarisch stärken. Das „Krumme Tor“ hält „Mancherley löbliches Essen“ für den hungrigen Gast bereit.

Auf der Burg befindet sich auch ein Falkenhof, der in der Zeit vom März bis zum Oktober die verschiedenen Greifvögel in halbstündigen Flugschauen vorführt.
Noch ein kleiner Rückblick in die jüngere Vergangenheit: Zu DDR-Zeiten diente die Burg für die Filmgesellschaft „DEFA“ oftmals als Kulisse, so für den Märchenfilm „Schneeweißchen und Rosenrot“ und die Fernsehserie Polizeiruf 110 – Die Entdeckung, sowie für die Kinderserie „Spuk unterm Riesenrad“. Ein Besuch der Burg lohnt sich also ganz gewiß!